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Kreis-Anzeiger, Oliver Potengowski
Ein außerordentlich glückliches Händchen haben die Organisatoren der Beiträge zur B(l)auzeit. So merkwürdig und teilweise unsinnig einzelne Veranstaltungen im Rahmen des Konzepts zum Landeswettbewerb Ab in die Mitte anmuteten, der Erfolg lässt die Kritiker verstummen. Dass die sehr guten Besucherzahlen bei den bisherigen Veranstaltungen nicht nur am guten Wetter lagen, bewies der letzte blaue Montag.
Trotz strömenden Regens, der die Musiker des Trios Gletscherbrand um Hans Schwab zwang, das Programm in die Kneipen und Gaststätten zu verlegen, herrschte bei allen drei Teilen des Abends ausgelassene Stimmung. Zwar geriet der Auftakt im Casa Atrium noch etwas zurückhaltend. Am späten Nachmittag waren zunächst nur relativ wenig Gäste da. Doch der Auftritt des Gletscherbrands zog zunehmend mehr Publikum an, bevor das Trio in den Fürstenhof wechselte. Dort bewies sich, dass der Erfolg des Abends nicht etwa auf ohnehin anwesenden Stammgästen beruhte. Saßen anfangs nur eine Handvoll Besucher in dem Lokal, so war es wenige Minuten nach dem Beginn des Auftritts brechend voll.Ebenso gut besucht war zum Abschluss das Fame de luxe auf dem Damm. Das war vor allem ein Verdienst von Hans Schwab, der gemeinsam mit Ronka Nickel und Patrick Schroeter das Trio bildet. Mit Akkordeon, aber auch bekannten Instrumenten wie Gitarren und eher unbekannten wie Melodika unterhält Gletscherbrand die Gäste. Exotischstes Instrument ist eine singende Säge, die mit Auswanderern aus dem Vogelsberg den Weg nach Amerika fand um von einem Flohmarkt durch Nickel wieder heimgeführt zu werden. Das Programm bilden wohlbekannte Volkslieder wie der Schneewalzer und Böhmerwald, die von Schwab und seinen Mitspielern mit einer gehörigen Portion Ironie vorgetragen werden.
Zusätzlich sorgen humorvolle Moderationen oder auch bissige Zwischenbemerkungen vor allem Nickels gegen Schwab für Würze und Heiterkeit beim Publikum. Doch der Erfolg des letzten blauen Montags darf nicht nur dem Gletscherbrand zugeschrieben werden. Offenbar stößt die Veranstaltungsreihe der blauen Montage auch auf ein Bedürfnis des Publikums. "Ich hab mich gewundert, warum am Montag Abend das Lokal so voll ist", fragte sich ein Besucher. "Ich hab gedacht, meine Büdinger sind ja gut drauf."
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