
Die „geologischen Perlenkette“ rund um Büdingen verläuft auf den Spuren der Erdgeschichte und verbindet geologische Besonderheiten mit einem Wanderweg. Lothar Keil, Leiter des Sandrosen-Museums, hat außergewöhnliche Geotope freigelegt und die Idee zu der geologischen Perlenkette entwickelt. Der abgebildete Wanderweg hat eine Länge von 11,7 km und lässt sich in ca. 3,5 Stunden abwandern. Die Geotope liegen teilweise sehr versteckt im Wald, daher wird empfohlen mit den GPS-Track zum Wandern zu nutzen. Eine ausführliche Wanderbeschreibung folgt.
Die Wanderung beginnt am Hosenknopf, einer Düdelsheimer Kuriosität, die mitten in einem Waldstück liegt. Der offensichtlich von Menschenhand behauene Stein wird oft als Vorstufe eines Mühlsteins gedeutet. Auch wird vermutet, dass der Hosenknopf eine angefangene Bearbeitung zu einem Kollergang ist, der zwar auch zum Zermahlen, aber auch in Ölpressen verwendet wurde. Hierbei sei es wichtig, zwei exakt gleich große runde Steine herzustellen.
Mindestens ebenso rätselhaft war eine Ansammlung von Röhren in verstreuten Steinen in einem lichten Waldstück. Die konischen Röhren verlaufen parallel in den Stein hinein und enden in einem regelmäßigen Muster an der Oberfläche. Deshalb wurde auch hier ein handwerklicher Ursprung vermutet. Es handelt sich um Entgasungsröhren, die in erstarrendem Magma entstehendes Gas zur Oberfläche ableiteten. Dass die Röhren nicht von Hand gebohrt wurden, zeigen Sedimente, steinerne Ablagerungen, die sich in einigen Röhren nach langer Suche finden lassen.
Den Abschluss findet die Wanderung an einem der beeindruckendsten Geotope. In der senkrechten Wand eines aufgegebenen Steinbruchs finden sich Basaltkugeln unterschiedlichster Größe. Bisweilen wurden dahinter Lavabomben, die bei einem Vulkanausbruch ausgeworfen wurden, vermutet. Die runde Form ist durch Verwitterung entstanden, die immer an den Kanten angreift. Denn der Basalt sei keineswegs homogen. Bereits bei der Abkühlung bildeten sich erste Risse, durch die später Wasser eindringe. Bei genauer Betrachtung sind in der Steinbruchwand die verschiedenen Zwischenstufen der Verwitterung bis zur Entstehung der Kugeln zu erkennen.
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