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Dirne Afra und ihre Eingebung am Gebück

Dirne Afra und ihre Eingebung am Gebück

Theaterensemble „Nolens Volens“ feiert mit Erlebnisführung „Kröten, Keiler, Vensterhennen“ am Freitag Premiere

 

Kreis-Anzeiger, Oliver Potengowski.

In die Zeit der Entstehung des Spitznamens  Büdinger Frääsch führt eine neue Erlebnisführung, die am kommenden Freitag Premiere feiert. Der Stadtrundgang des Theaterensembles „Nolens Volens“ lässt die Besucher die Tage um die Hochzeit des Grafen Anton von Ysenburg mit Elisabeth von Wied im Jahre 1522 erleben. Doch unter dem Titel „Kröten,  Keiler, Vensterhennen“ bildet das Glück des adeligen Paares nur den Hintergrund für den Blick auf das Leben der bürgerlichen Büdinger.

 

Dass das Leben im Mittelalter und der frühen Neuzeit keineswegs unbeschwert und frei war, erfahren die Gäste schon zu Beginn der Führung, wenn sie am Mühltor nach historischem Vorbild für das Betreten der Stadt zahlen müssen. Dieses Torgeld bildet einen der Roten Fäden für die Rahmenhandlung der Erlebnisführung.

 

Mechthild, Frau des Torwächters, die mit bürgerlichem Namen Heike Schüssler heißt und Autorin des Stücks ist, nimmt die Besucher mit auf ihre Suche nach dem verschwundenen Wegezoll. Gespräche mit verschiedenen Figuren werfen Schlaglichter auf historische Ereignisse vergangener Jahrhunderte und den Alltag der Menschen.

 

So bemerkt Mechthild im Gespräch mit Dorothea (Monika Weisel), die vor dem Rathaus die Straße fegt, „diese Stadt steht ohnehin unter keinem guten Stern. Angefangen hat alles mit der Christine Meurer“. Sie spielt damit auf das Schicksal der Schwanen-Wirtin an, die als Hexe verfolgt und im Obergeschoss des Rathauses gefangen gehalten wurde.

 

Ebenso beiläufig erfahren die Gäste, woher manche Sprichwörter kommen. So bietet sich der Keilerkopf, der am Steinernen Haus hängt und an eine Sage um den Tod eines Forstmeisters erinnert an, den Kern der Redewendung „durch die Lappen gehen“, zu enthüllen.

 

Im Unterschied zu einer herkömmlichen Stadtführung, die sich an belegte Fakten hält, erhebt die Erlebnisführung keinen Anspruch auf einen vollständigen geschichtlichen Überblick. Vieles wird nur angerissen, manches gar nicht angesprochen. Einige Episoden sind auch reine Fiktion. Gerade deshalb kommt „Kröten, Keiler, Vensterhennen“ der Lebenswelt des 15. und 16. Jahrhunderts aber näher als die gewöhnliche Stadtführung.

 

Einer der Höhepunkte des kurzweiligen Rundgangs ist die Begegnung mit Gita Berger als Dirne Afra. Sie lässt nicht nur die Sinnenfreude des Mittelalters erlebbar werden. Am Gebück hat sie einen großen Auftritt, wenn sie von ihren Eingebungen berichtet, dass die starke Befestigung der Stadt mit den Geschützen wegen des Wunsches der Menschen nach Frieden überflüssig würden.

 

Die Premiere der neuen Erlebnisführung „Kröten, Keiler, Vensterhennen“ beginnt am Freitag, 7. Mai, um 20 Uhr am Mühltor vor dem Metzgermuseum. Eintrittskarten  gibt es bei der Büdinger Tourist-Information (Marktplatz 9) unter der Telefonnummer 06042/96370.

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