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“Architektur macht Gäste": Hand in Hand im Sinne der Stadt

Tourist-Information unterstützt mit Fachwerk -Initiative Hausbesitzer ­
Seminartag geplant

Ein Seminartag der Büdinger Tourist-Information am 17. Oktober soll Fachwerkhaus-Besitzer bei Pflege und Erhalt ihrer Gebäude unterstützen.

Gibt sich Leiterin Christina Burkhardt damit auf das scheinbar fremde Gebiet der Denkmalpflege? ­ Keineswegs, wie bereits der klug gewählte Slogan “Architektur macht Gäste³ vermuten lässt. “Der große Bestand an Fachwerkhäusern ist ein touristisches Kapital Büdingens. Das ist unser Pfund, mit dem wir wuchern können³, erklärte Burkhardt bei der Vorstellung des Konzepts im Uralten Rathaus, das auch im Innern alte Baukunst zeigt.

 

Immer wieder zeigten die Besucher der Stadt ihre Begeisterung für die Vielzahl und den oft guten Zustand der Häuser. Vielen sei auch der große Aufwand für die Sanierungen bewusst. Gemeinsam mit den Festungsanlagen bilden die Häuser ein Ensemble, das von vielen Gästen im Rang eines Weltkulturerbes gesehen wird.

Der Architekt Rainer Tropp erläuterte, was seit mehr als 20 Jahren in der Büdinger Altstadtsanierung geleistet worden ist. So war es möglich, die Befestigungsanlagen zu großen Teilen zu sanieren. "Die Büdinger Stadtmauer ist einzigartig", schwärmte auch der Profi. "Die ist dreieinhalb Kilometer lang und ist mit 30 Türmen und Halbtürmen besetzt." Ein Drittel sei allerdings noch zu sanieren. Ein schwieriger Teil, da die Mauer in diesen Bereichen oft in Privathäuser eingebunden sei.

Neben den öffentlichen Projekten wie Stadtmauer und Oberhof seien aber auch für zahlreiche Privathäuser Zuschüsse geflossen. Rainer Tropp sprach von 150 Sanierungsbeiträgen, die geflossen seien. Dadurch seien nicht nur die Häuser, sondern vor allem auch die Struktur der Altstadt verbessert worden. Jüngere Bürger hätten Fachwerkhäuser gekauft und so zum Fortbestand der Stadt beigetragen, beschrieb der Architekt einen großen Erfolg des Sanierungsprogramms. “Wir wissen nicht, wie es gewesen wäre, wenn wir die Altstadtsanierung nicht gehabt hätten³, erklärte Tropp. Die Bewohner müssten sich auf die besonderen Verhältnisse in der Altstadt einlassen, so lebten die Bürger recht eng beisammen mit weniger Privatsphäre, als man es gewohnt sei, wenig Parkflächen und oft ohne Gärten. Dafür werde die Altstadt durch kleine Grünflächen und Anlagen, "Westentaschenparks", wie Tropp sie nannte, und viel Grün in der unmittelbaren Nähe wie die Weinberge oder den Schlosspark bereichert. Der Erhalt und die touristische Attraktivität der Stadt könne aber nur gemeinsam von Stadt und Bürgern bewältigt werden. Büdingens Bürgermeister Erich Spamer nannte das Beispiel des Sandsteinerkers in der Schlossgasse, der bereits einmal fehlerhaft saniert worden sei. Für die jetzt wieder notwendige Sanierung seien mindestens 70 000 Euro fällig. "Das kann ein
Privatmann gar nicht stemmen", erklärte der Rathauschef. "Es soll ein neues Sanierungsprogramm aufgelegt werden, darüber wird schon lange diskutiert", machte er Hausbesitzern Hoffnung. Allerdings seien sich Bund und Land über die finanziellen Förderanteile noch nicht einig.

Am Samstag, 17. Oktober, werden ab 9 Uhr die Stadt, Rainer Tropp und der Fachwerkexperte Prof. Manfred Gerner deshalb im Pferdestall des Büdingens Kulturzentrums Oberhof über die Fördermöglichkeiten und fachgerechte Instandsetzung von Fachwerkhäusern informieren. Tropp wird einen Abriss über die Altstadtsanierung Büdingens in den vergangenen 25 Jahren geben. Dabei wird er auch die noch anstehenden Projekte ansprechen. Erich Spamer betonte, dass sich die Veranstaltung auch an die Stadtteile mit ihren außergewöhnlichen Ortskernen richtet. Die Teilnahme an der Informationsveranstaltung ist kostenlos.

Für weitere Informationen steht die Tourist-Information unter der Telefonnummer 06042/96370 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. zur Verfügung. Interessenten werden gebeten, sich bei der Tourist-Information bis spätestens Mittwoch, 30. September, anzumelden.

Stellten die neue Initiative vor: Fachwerk -Gästeführerin Elisabeth Gömmer, Bürgermeister Erich Spamer, Christina Burkhardt, Leiterin der Tourist-Information, und Architekt Rainer Tropp.

Bild: Potengowski /Bericht: Oliver Potengowski für den Kreis-Anzeiger

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