Mit Eröffnung des Glauberg-Museums wird die Aufmerksamkeit auf eine der ältesten und bedeutendsten Kulturlandschaften Deutschlands gerichtet. Über Jahrzehntausende gehen die Spuren von Menschen in der Wetterau zurück, jener oberhessischen Region, deren östlicher Abschluss das Büdinger Land bildet. Die Gräber mit der unterdessen zu weltweiter Berühmtheit gelangten Sandsteinstatue eines „Keltenfürsten“, die den Anstoß zum Museumsbau am Glauberg gaben, sind nur der spektakuläre Höhepunkt einer bis zur Altsteinzeit reichenden Kette archäologischer Entdeckungen.
Zahlreiche Funde bewahrt das Büdinger Heuson-Museum auf. Sie geben auch eine Vorstellung, was sich in den Grabhügeln nahe des Ortsteils Dudenrod verbirgt. Ein 3,4 Kilometer langer Kulturhistorischer Lehrpfad begleitet zu der keltischen Totenstadt. Bevor der Besucher dem „Fürsten“ in dessen neuer Museumsresidenz am Glauberg seine Aufwartung macht, sind Büdingen und seine Umgebung also eine gute Wahl zur Einstimmung in die vorgeschichtliche Welt.
Entsprechende Werkzeuge und Waffen belegen, dass die Menschen lange vor ihrer Sesshaftigkeit um den Wild-, Fisch- und Vegetationsreichtum der von drei Mittelgebirgen geschützten Wetterau wussten. Das Kostbarste lag freilich unter den damaligen Urwäldern - fruchtbarer Lössboden. Kaum waren Ackerbau und Viehzucht in Mitteleuropa etabliert, wurde auch hierzulande großräumig gerodet. Im Heuson-Museum zeigen Karten, wo man sich niederließ sowie Modelle und Graphiken, wie die Landwirtschaft seit der Jungsteinzeit vor 7000 Jahren das Leben veränderte.
Ertragreiche Ernten kamen dem Bevölkerungswachstum zugute, Handel und Abgaben beförderten zugleich das Entstehen einer mächtigen Oberschicht. Insbesondere unter den Kelten zur sogenannten Frühlatènezeit um 450 v. Chr. gab es ein ausgeprägtes Stammeswesen mit hochgestellten, gar gottgleichen „Fürsten“. Dafür sprechen nicht nur die reich mit Goldschmuck, Waffen und kostbaren Gefäßen ausgestatteten, bis zu sieben Meter hohen Glauberger Grabhügel. Auf eine herausgehobene Führungsschicht deutet auch das heute von mächtigen Buchen beschattete Gräberfeld bei Büdingen-Dudenrod. Es ist das Abbild des weitreichenden Einflusses der zehn Kilometer entfernt residierenden Oberhäupter am Glauberg.
Prestigeträchtig lagen die hohen Grabhügel im offenem Gelände, dabei nahe einer Handelsroute, wie hier der als Forstweg erhaltenen Bettenstraße. Auch die komplexen Bestattungszeremonien keltischer Herrscher sind im Heuson-Museum modellhaft nachgestellt; ebenso der - noch heute frei einsehbare - Sandsteinbruch („Am Hain“), aus dem wahrscheinlich der Rohling für den am Glauberg geborgenen „Keltenfürsten“ stammt. Das gut zu bearbeitende Gestein prägte später viele, bis heute wohlerhaltene Bauwerke Büdingens, so das bereits im 12. Jahrhundert begonnene Schloss oder die spätgotische Marienkirche und den mächtigen Festungsgürtel mit seinen 22 Toren und Türmen.
Mit passenden Angeboten können Besucher auf Zeitreise von den Kelten in das Mittelalter und auch die 50er-Jahre gehen. „Torques, Türme, Tütenlampe“ – sind die Stichworte die einen Rundgang durch die Ausstellung der Keltenwelt am Glauberg, mit einer Altstadtführung durch Büdingen und dem Besuch des 50er-Jahre Museum verbinden.
Büdinger Tourismus und Marketing GmbH | Marktplatz 9 | 63654 Büdingen | Email: info@buedingen-touristik.de | Tel.: 06042 /96370
Öffnungszeiten: Mo - Fr : 10 Uhr bis 17 Uhr | Sa, So & Feiertags 11 Uhr bis 16 Uhr